Eine sehr wirkungsvolle Methode, um an Ängsten und Phobien zu arbeiten ist eine gezielte Hypnosetherapie, da diese Gefühle im Gehirn entstehen und über das Unterbewusstsein aktiviert werden. Diese Ängste lassen sich nicht steuern, selbst wenn sich derjenige darüber bewusst ist, das keine Bedrohung von Geräuschen ausgeht. Er kann dieses Hassgefühl oder die Abneigung gegen die Geräusche auch nicht loswerden. Mit einer normalen Gesprächstherapie lässt sich dieser Hass auf Geräusche nicht lindern, da sie ihren Ursprung in der klassischen Konditionierung haben. Hier setzt die Hypnosetherapie an. Sie beinhaltet eine Gegenkonditionierung der bestimmten Reflexe, die dieses negative Empfinden der Geräusche verursacht. Denn diese Reflexe steuern das vegetative Nervensystem.

Misophonie

Der Hass auf Geräusche bezeichnet eine herabgesetzte Geräuschtoleranz, die sich auf bestimmte Geräusche bezieht. Menschen, die davon betroffen sind, fühlen sich stark gestört oder werden wütend, wenn sie beispielsweise folgende alltägliche Geräusche hören. Dazu gehören sich immer wiederholende Geräusche wie:

  • Atmen
  • Essgeräusche
  • Gähnen
  • Niesen
  • Pfeifen
  • Lachen
  • Schnarchen
  • Kaugummi kauen

Die Medizin geht davon aus, dass eine neurologische Störung Grund für negative Reaktionen auf bestimmte Geräusche sind. Dabei ist es ganz gleich, ob diese Geräusche leise oder laut empfunden werden.

Geprägt wurde der Begriff von den beiden US-amerikanischen Neurowissenschaftlern Pawel und Margaret Jastreboff. Als Synonym für Misophonie wird „Selectiv Sound Sensitivity Syndrome“ und „Selektive Geräuschintoleranz“ verwendet.

Visuelle Reize wie beispielsweise bestimmte, sich wiederholende Körperbewegungen, die aus dem Augenwinkel wahrgenommen werden, können auch verantwortlich für die verminderte Geräuschtoleranz sein.

Die Folge der Selektiven Geräuschintoleranz ist ein Vermeidungsverhalten, um diesen Ängsten zu entgehen. Es ergibt sich eine Herabsetzung der Geselligkeit bis hin zur Isolation. Manche Betroffenen verspüren sogar den Drang, das Gehörte oder Gesehene nachzuahmen.

Beruht die selektive Geräuschintoleranz auf einer frühkindlichen Erfahrung, die als negativ empfunden wurden, lässt sie sich sehr gut mit einer Hypnosetherapie behandeln.

Unser Video zum Thema: Misophonie